Android 4.0 - Icecream Sandwich laktosefrei und ohne Spuren von Nüssen

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Geschrieben von Annika am 15.02.2012
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An einem sonnigen Dezembermorgen war es endlich soweit. Seit Wochen hatte ich fieberhaft darauf gewartet, dass endlich dieses Upgrade auf Android 4.0, das sogenannte Icecream Sandwich, für mein Samsung Nexus S verfügbar würde. Plötzlich und ganz unverhofft öffnete sich an jenem Morgen ein Fenster mit der Aufforderung das Handy am besten in ein WLAN einzuwählen, denn nun könne ich mein Upgrade downloaden und installieren. Zur Sicherheit steckte ich zusätzlich noch ein Stromkabel hinein, denn mein Ladezustand war auch schon am unteren Ende und los konnte es gehen.

Das Upgrade bedeutete für mich einen Wechsel von Android 2.3.6 zu Android 4.0. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum dazwischen die Versionsnummer 3 fehlt. Diese Version war aus welchen Gründen auch immer Tablet PCs vorenthalten, die Mobiltelefone mit Android haben diese übersprungen. Rein optisch liegen Android 3.0,welches ich noch vom Motorola Xoom kenne, und Android 4.0 übrigens recht nah beieinander.

Die ersten Eindrücke

Nachdem ich bei dem Download und der Installation die Fortschrittsbalken beschworen hatte, sich endlich fertig aufzubauen, startete das Gerät neu. Dieser Vorgang dauerte insgesamt vielleicht 5 Minuten. Mit dem Neustart zeigte sich die Startanimation erstmalig, diese sieht nun also auch ein wenig schicker und bunter aus als zuvor, aber wen interessiert’s, die Funktionen und die Nutzerfreundlichkeit wollte ich eigentlich hier beschreiben. Wobei ich noch bemerken möchte, dass alles schon ein wenig bläulicher ist und sich auch an das neue Design der einschlägigen Google Webseiten angelehnt hat, aber das sehen Sie dann in den Screenshots.

Was ist neu?  Screenshots…

Eine der gravierendsten Neuerungen war für mich persönlich die Möglichkeit endlich Screenshots zu machen. Die Nutzer anderer Android Geräte mit Android 2.3 werden nun vielleicht sagen, wo ist das neu? Doch mein Nexus S verzichtet auf zusätzliche Bedieneroberflächen wie HTC Sense, Samsung TouchWiz oder Motorola MOTOBLUR und genau das war damals auch mein Kaufgrund für dieses Gerät. Dadurch, dass die Handyhersteller nicht mitmischen erhalte ich meine Updates, sobald sie verfügbar sind und nicht sobald der Hersteller entschieden hat, dass die aktualisierte Software für mein Gerät mit zum Teil mehreren Monaten Verspätung wohl doch noch kommt.

Widgets… 

Android 4.0 - Kalender-Widget vergrößernAndroid 4.0 - WidgetübersichtJetzt aber zurück zu den Funktionen: Großartig finde ich die neue Darstellung der Widget-Übersicht. Bisher klickte man sich durch eine Liste um Widgets auf dem Bildschirm hinzuzufügen. Um zu wissen, wie diese Widgets aussehen musste, man sie allerdings erst einmal auf den Bildschirm setzen. Einzige Information bis dahin war, wie groß das Widget in etwa ist, also beispielsweise 4x1, was so viel bedeutet wie eine Fläche mit der Breite von 4 Icons und der Höhe von einem Icon. Mit Android 4.0 erhalte ich nun aber eine komplette Darstellung des Widgets, bevor ich sie irgendwo ablege. (Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass pro Startbildschirm Platz für 4x4 Icons ist.)

Bei den Widgets haben vor allem die Google Widgets nachgelegt. Etwa der Kalender ist mittlerweile viel schlüssiger dargestellt und die Möglichkeit besteht ihn weiter zu personalisieren. Gab es vorher nur ein 2x2 Kalender Widget steht dem Nutzer nun offen diesen auch noch zu verbreitern oder zu verlängern, um seine Termine noch ein wenig besser im Blick zu haben. Statt nur den nächsten Termin (wie bisher) ist es so möglich, die ganze Woche im Blick zu haben, ohne die Kalender-Anwendung zu öffnen. Meine Konsequenz daraus: Die Deinstallation eines zusätzlichen Kalenderwidgets, denn der Google Kalender reicht mir jetzt.

Android 4.0 - Anwendungen schließenAndroid 4.0 - BrowserAndroid 4.0 - Browser TabsBrowser…

Auch der Browser für das mobile Internet ist nun ein wenig anders. Die Bookmarks (Lesezeichen) beispielsweise sind nicht mehr als Liste dargestellt, sondern man erhält eine Darstellung mit einem Bild der Seite dazu. Am auffälligsten ist der neue Button für tabbed Browsing (also mehrere offene Browserfenster gleichzeitig zu nutzen), direkt rechts neben der Adress-Leiste. Klickt man hier, erhält man eine Darstellung aller offenen Tabs als Fenster untereinander. Zum Öffnen eines der Tabs reicht ein Klick, zum Schließen schiebt man das Fenster zur Seite. Dieselbe Systematik findet sich auch beim Schließen laufender Programme wieder. Hält man die Home-Taste einen Moment gedrückt bekommt man eine Darstellung aller offenen Programme, auch hier gilt wieder zum Öffnen der Klick und zum Schließen wegschieben.

Android 4.0 - Google MailGoogle Mail…

Natürlich ist auch Google Mail wieder ein bisschen nützlicher organisiert worden, insgesamt ist es heller und unterschiedliche E-Mails innerhalb desselben Dialoges sind jetzt deutlicher getrennt, dank eines dicken blauen Balkens, der alle wichtigen Informationen bereit hält. Einige Text-Buttons sind durch kleine Icons, wie beispielsweise das Papierkorb-Symbol, ersetzt worden. Die Pfeile zur nächsten Mail sind dagegen weggefallen, zur nächsten Mail komme ich jetzt in dem ich nach rechts schiebe, bzw. für neuere E-Mails nach links.

Telefon…

Android 4.0 - TelefonansichtAndroid 4.0 - WählansichtTelefonieren kann es ja auch noch das Gerät und ich kann Ihnen sagen, bei meinem ersten Anruf nach dem Software-Upgrade gab es eine kurze Schrecksekunde, denn der grüne und auch der rote Hörer waren weg! Statt dessen ein Kreis mit einem Schloss in der Mitte. Sieht man diesen zum ersten Mal ist nicht so selbstverständlich wie das Gespräch nun anzunehmen ist.  Doch nun weiß ich es ja und kann es verraten: Den Kreis nach rechts ziehen bedeutet Annehmen, den Anruf Ablehnen bedeutet Kreis nach links ziehen und ziehen Sie den Kreis nach oben, erhalten Sie einige Textbausteine für eine SMS an den Anrufer, warum es gerade nicht möglich ist den Anruf anzunehmen. Auch die Funktionen während Telefonaten sind etwas aufgeräumt worden. Um den Lautsprecher oder das eigene Mikrofon auszuschalten gibt es jetzt Buttons am unteren Rand des Bildschirms, auch die Wähltasten findet man dort. Was mir besonder gut gefällt: Den Anrufer kann man unabhängig des Kontakt-Namens nun auch an einem erheblich größeren Bild erkennen.

Android 4.0 - Einstellungen

Android 4.0 - Datenverbrauch

Datenverbrauchskontrolle…

Es ist ja ein bisschen tückisch als Smartphone-Nutzer eine Datenflat zu nutzen, denn in der Regel steht nur ein bestimmtes Datenvolumen zur Verfügung, bevor der sogenannte Speed-Stepdown das Surf-Vergnügen drosselt. In meinem Fall stehen mir im Monat 300 MB zur Verfügung. Um mir diese schön einzuteilen hatte ich bisher zusätzliche Apps installiert, um einen Blick darauf zu haben, wie ausgiebig ich in diesem Monat wohl noch von unterwegs surfen kann. Die zusätzliche App kann ich mir jetzt sparen, denn in den Einstellungen findet sich nun ein passender Eintrag zu diesem Phänomen. Hier kann ich den maximalen Datenverbrauch im Monat eintragen, also die 300 MB, ebenso wie eine Datengrenze, ab der ich bei der Nutzung gewarnt werden möchte.

Auch beim Knippsen gibt es Neues zu berichten. Hier wurde umstrukturiert, wenn auch die Funktionen recht ähnlich geblieben sind. Vielleicht ist es aufgeräumter als vorher, aber nicht wesentlich. Was wesentlich verändert wurde ist die Galerie. Hier wird nun nicht nur ein Foto nach dem anderen angezeigt, sondern beim durchscrollen wird am unteren Rand außerdem ein Filmstreifen mit den darauffolgenden Fotos bzw. auch Videos in Miniaturansicht angezeigt. Um Grafiken zu Bearbeiten braucht es ein weiteres Mal endlich keine zusätzliche Anwendung mehr, denn es gibt jetzt das Photo Studio. Für die Videobearbeitung wurde zudem das Video Studio hinzugefügt.

Zu guter Letzt

Das  einzige woran ich mich in den letzten Wochen noch nicht gewöhnt habe, ist die Tatsache, dass der Papierkorb um Icons oder Widgets vom Startbildschirm zu löschen von unten nach oben gewandert ist. Tatsächlich strukturiere ich meine Bildschirme regelmäßig um, sodass ich weiterhin den Reflex habe, Icons nach unten zu ziehen, bevor mir oben der Schriftzug „X Entfernen“ wieder auffällt, der den ehemaligen Papierkorb ersetzt hat.

Am liebsten hätte ich an dieser Stelle auch noch erzählt, dass die Performance meines Gerätes rasant gestiegen ist und auch der Akku einen Tag länger hält. Tja, kann ich nur leider nicht bestätigen. Es ist schön, denn es ist neu und auch einiges besser oder schlüssiger als vorher, aber so richtig dramatisch, hat sich meine Welt der Telefonie und des mobilen Internet nicht gewandelt. Doch immerhin konnte ich wenigstens ein paar Bilder zeigen.

Samsung Galaxy Nexus

Wer nun auf den Geschmack für Android 4.0 gekommen ist, dem möchte ich mein Nachfolgerhandy nämlich das Samsung Galaxy Nexus wärmstens ans Herz legen. Auch dieses Gerät ist losgelöst von den Zwängen der Herstelleroberflächen und garantiert immer mit der aktuellsten Software ausgestattet. Darüber hinaus bietet es einige Funktionen, die bei meinem Nexus S nicht zur Verfügung stehen, aber nicht unerwähnt bleiben sollen.

Eine kleine Revolution zur Entsperrung des Gerätes heißt Face Unlock. Dabei wird das Gerät freigeschaltet indem das richtige Gesicht von der Frontkamera des Gerätes aufgenommen wird. Da ich allerdings gelesen habe, dass die Entsperrung auch mit einem Foto funktionieren soll, würde ich doch eher zum konventionellen Passwort, PIN oder dem Android eigenen Entsperrmuster tendieren.

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