Wissenswertes rund um die Cloud

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Geschrieben von Alexandra am 09.11.2012

Cloud Computing – oder die Cloud wie es umgangssprachlich genannt wird – ist seit einigen Jahren allgegenwärtig. Manche nennen es Mode-Erscheinung, andere haben sich noch nicht damit befasst und wiederum andere haben bereits mehrere Zugänge zu einer Cloud. Die Cloud hat langsam, aber sicher Einzug in unser Leben gehalten und die Tendenz geht dahin, die eigenen Daten in einer Cloud abzuspeichern, statt auf dem eigenen PC. Doch erst einmal von Anfang an: Wolke was?

Was ist die Cloud?

strato-rechenzentrum-server-kaltgang-illustration2Ganz vereinfacht ausgedrückt ist die Cloud ein Ort bzw. Speicherplatz im Internet. Die Dateien, die in der Cloud abgelegt sind, werden über eine Schnittstelle (meist Internetseite mit persönlichem Login) hochgeladen oder abgerufen. Gespeichert wird auf einem Server, der meist Bestandteil eines Rechenzentrums ist. Ein wichtiges Merkmal der Cloud ist, dass die Dateien an einem externen Ort aufbewahrt werden – entweder gegen eine Gebühr oder kostenlos.

Obwohl man „die“ Cloud sagt, meint man nicht nur eine einzige bestimmte Cloud, sondern bezeichnet damit die allgemeine Speicherart, Daten online abzulegen. Der Begriff Cloud – auf Deutsch: Wolke – ist auch nur im übertragenen Sinne zu verstehen. Damit ist gemeint, dass Dateien nicht auf dem eigenen PC, sondern auf einem Server, in einer entfernten Infrastruktur verhüllt, gespeichert sind.

Die Nutzung der Cloud beschränkt sich aber nicht nur darauf, Daten online abzuspeichern. Viel mehr sind durch das Cloud Computing Lösungen geschaffen worden, Speicherkapazitäten auszulagern. Durch diese Auslagerung werden die Ressourcen aller Beteiligten optimal genutzt: Eine Privatperson muss sich keine größere Festplatte kaufen, ein kleines Unternehmen muss sich keinen eigenen Server zulegen, dessen Kapazität womöglich noch nicht einmal zur Hälfte genutzt wird und ein Cloud-Anbieter kann durch die Anzahl der Kunden seine Preise zufriedenstellend für alle gestalten.

Übrigens: Viele Privatpersonen nutzen bereits eine Cloud, ohne es zu wissen. Denn auch die (kostenlosen) E-Mail-Accounts @t-online.de, @web.de, @gmx.de, @googlemail.com etc. sind im Grunde Clouds. Der jeweilige Anbieter stellt eine bestimmte Menge an Speicherplatz zur Verfügung, wodurch E-Mails empfangen und gesendet sowie Dateien verwaltet werden können. Et voilà, schon nutzt man die Cloud!

Was sind die Vorteile eines Cloud-Anbieters in Deutschland?

Jeder Nutzer einer Cloud sollte sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass der Ort der Datenspeicherung im Internet stattfindet und dies immer Risiken bergen kann. Als Nutzer sollte man somit schon bei der Auswahl einer passenden Cloud die Risken weitgehend minimieren. Ein Blick in die AGB und / oder Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Anbieters kann dabei schon helfen. Außerdem ist es ratsam, einen deutschen Cloud-Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland zu nutzen. Grund hierfür ist, dass die deutschen Datenschutzbestimmungen als eine der strengsten weltweit gelten. Dies soll nicht bedeuten, dass Cloud-Anbieter aus den USA oder England schlechter sind; die Datenschutzbestimmungen in anderen Ländern sind eben anders als in Deutschland. Beispielsweise gibt es in den USA den PATRIOT Act, der besagt, dass richterliche Beschlüsse zur Einsicht der Daten bei Verdachtsfällen von Verbrechen nicht notwendig sind. In Deutschland jedoch muss ein solcher Richterbeschluss zur Dateneinsicht bzw. Kundendatenfreigabe vorliegen.

Weitere Pluspunkte für die Nutzung einer deutschen Cloud ist bei Rechtstreitigkeiten mit dem Cloud-Anbieter der Gerichtsstand, der in Deutschland ist und die Tatsache, dass Steuerunterlagen nach §146 Abs. 2 S. 1 AO nur in Deutschland aufbewahrt werden dürfen.

Cloud-Angebote der Telekom

TelekomCloudFür Privatpersonen bietet die Telekom zwei Cloud-Angebote an. Das Mediencenter, das Teil der TelekomCloud ist, ist kostenlos und hat einen Speicherplatz von 25 GB. Selbstverständlich sind die Server an einem Standort in Deutschland untergebracht und alles ist TÜV zertifiziert. Mit einer passenden App für Android, iPhone und Windows Phone kann das Mediencenter mit dem Smartphone oder Tablet genutzt werden. Bilder können mit dem Smartphone direkt in das Mediencenter hochgeladen und durch sogenannte shares mit Freunden geteilt werden. Bei einem eigenen PC oder Mac kann das Mediencenter durch ein Programm als Laufwerk eingebunden werden. Dateien, die darin abgelegt werden, werden automatisch mit dem Mediencenter synchronisiert. Außerdem kann man auf alle Inhalte des Mediencenters von Entertain aus zugreifen: Dia-Shows, Videos und Musik werden somit direkt am Fernseher gezeigt bzw. gehört.

infografik_strato_hidrive_online-speicherDas zweite Cloud-Angebot ist von STRATO, einer Tochtergesellschaft der Telekom. STRATO bietet gleich vier Varianten des Online-Speichers HiDrive für Privatpersonen an: 5 GB Speicherplatz in einer kostenlosen Version und HiDrive Media mit 20 GB, 100 GB oder 500 GB. Bei STRATO stehen die Server ebenfalls an einem (geheimen) Standort in Deutschland und auch hier schaut der TÜV regelmäßig nach dem Rechten. Wenn Daten vom User hoch- oder runtergeladen werden, findet dies verschlüsselt statt, so dass die Daten nicht von unbefugten mitgesehen werden können. Eine passende App gibt es auch hier für Android, iPhone und Windows Phone.

Ich nutze übrigens zurzeit HiDrive Media 100 GB. Beim IFA-Angebot 1 Jahr für 1 Euro habe ich zugeschlagen. Das Angebot gibt es zwar leider nicht mehr, aber dafür ein genauso Gutes: HiDrive Media 100 GB oder eine Sonder-Version mit 250 GB können bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten im ersten Jahr kostenlos genutzt werden. Das Angebot ist noch bis Ende November gültig. Bei einer Vermittlung über Telekom Profis gibt es außerdem eine Provision. Demnächst werde ich hier im Blog HiDrive Media 100 GB in einem ausführlichen Test inkl. vielen hübschen Screenshots vorstellen.

Verwendungsbeispiele für die Cloud

Als ich vor einigen Jahren meine Diplomarbeit geschrieben habe, habe ich jeden Fortschritt – und war er auch noch so klein – als Entwurf in meinen E-Mails gespeichert. Zu viele Horror-Geschichten von defekten Festplatten oder geklauten Notebooks haben bei mir bewirkt, dass ich im Notfall auf die Arbeit immer Zugriff hatte. Glücklicherweise verlief alles gut, aber heute würde ich definitiv das Mediencenter oder STRATO HiDrive dafür verwenden. Durch die Einbindung der Cloud als Laufwerk auf einem PC wird einem das Arbeiten damit sehr leicht gemacht.

Wenn ich ins Ausland verreise, habe ich immer eine Kopie meines Reisepasses in der Cloud gespeichert. Sollte auch hier der Notfall eintreffen (geklaut, verloren, vergessen etc.), kann ich diese Kopie zwar nicht am Flughafen als Ersatz verwenden, aber bei der Ersatzbeschaffung kann eine Kopie den administrativen und/oder bürokratischen Gang in der Deutschen Botschaft beschleunigen.

Meine Bilder teile ich mit meiner Familie und Freunden in der Cloud. Da bei Familienfeier, Veranstaltungen usw. einiges an Bildmaterial zusammen kommt, können diese enormen Anhänge nicht einfach mal so per E-Mail versendet werden.

Ich habe gerade nachgezählt und neben dem Mediencenter und HiDrive Media 100 GB nutze ich (mal mehr, mal weniger) insgesamt fünf Cloud-Angebote. Eigentlich vier zu viel – aus Loyalität zur Telekom machen wir aber mal drei daraus ;-) Da ich allerdings der Meinung bin, dass die Cloud die Festplatte der Zukunft ist, werde ich mich spätestens im nächsten Jahr auf ein System festlegen, damit ich meine Daten nicht immer vom einem Ort zum anderen transferieren muss. Der flexible Zukauf von mehr Speicherplatz ist mir dabei sehr wichtig, denn ich vermute, dass in spätestens 10 Jahren alles was zurzeit auf meinem PC gespeichert ist, in der Cloud liegen wird: Zu wenig Speicherplatz für den Film, den man gerade online gekauft hat? Kein Problem – mehr Kapazität zum Gesamt-Cloud-Paket dazu gebucht werden. PC oder Notebooks gibt es nicht mehr, denn mit einem praktischen Tablet hat man schnell und einfach Zugriff auf alle wichtigen Daten und kann diese damit erstellen, bearbeiten und verwalten. Außerdem können mit Tablets praktischerweise auch Apps genutzt werden.

Mit der Cloud kann man immer und überall auf alles Zugriff haben. Muss man das? Nein! Aber praktisch ist es dennoch!

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